 |  | | BioFach Amércia Latina 2007 - Zwei Fachmessen - ein gemeinsamer Erfolg
|  | Sie sind ein erfolgreiches Doppel-Gespann und eingespieltes Team: die BioFach América Latina und die parallel stattfindende Nachhaltigkeitsmesse, die Expo Sustentat. Die BioFach América Latina, die bereits seit 2002 jährlich an den Start geht, ist fest etablierter Bestandteil der lateinamerikanischen Bio-Branche. Nachdem sich Aussteller- und Fachbesucherzahlen im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt hatten, stand die diesjährige Veranstaltung vom 16. bis 18. Oktober 2007 in São Paulo im Zeichen organischen Wachstums: Die Zahl der Aussteller stieg auf 276 (2006: 235), die Zahl der Fachbesucher auf 6.449 (2006: 6.212). Auch die Expo Sustentat gewinnt weiter an Profil. 130 Aussteller waren in diesem Jahr auf der parallel zur BioFach América Latina stattfindenden Fachmesse vertreten. Die Aussteller reisten in diesem Jahr aus 14, die Fachbesucher aus 28 Ländern zum lateinamerikanischen Branchenfest nach Brasilien. Ausschlaggebend für den Erfolg beider Events und die Zufriedenheit der Aussteller waren auch in diesem Jahr die hohe Qualifikation und das konkrete Geschäftsinteresse der Fachbesucher. 94 % der Aussteller blickten nach drei Messetagen auf eine erfolgreiche Messebeteiligung zurück. Einmal mehr garantierten das vielfältige Angebot der Aussteller sowie das umfangreiche Rahmenprogramm im Transamerica Expo Centre einen lohnenden Messebesuch in São Paulo.
Partnerschaftliches Engagement für Nachhaltigkeit
Kleinbauern wird durch die Messebeteiligung an der Expo Sustentat der Marktzugang erleichtert. Neben der großen Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Fair Trade, naturgemäße Erzeugung und Wildsammlung trug der Gemeinschaftsstand Sala Andes-Amazônia entscheidend zur Attraktivität der diesjährigen Ausgabe der Nachhaltigkeitsmesse bei. Der Stand, der große Aufmerksamkeit auf sich zog, war länderübergreifend konzipiert. Sechs lateinamerikanische Staaten präsentierten sich in der Sala Andes-Amazônia. Qualifizierte Erzeuger aus Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela stellten ihre marktreifen Produkte vor, luden zur Entdeckungsreise durch ihre Produktwelt ein und bereicherten das Fachmessen-Duo um eine Extraportion lateinamerikanischen Kolorits.
Der Gemeinschaftsstand Sala Andes-Amazônia steht für ein beispielhaftes Modell der Zusammenarbeit verschiedener Partner im Rahmen der Expo Sustentat: Durch die Kooperation zwischen der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Nürnberg Global Fairs und dem brasilianischen Partner, Planeta Orgânico, sowie weiteren Partnern in einem Private-Public-Partnership-Projekt konnte das ambitionierte Vorhaben verwirklicht werden.
Hochkarätiges Rahmenprogramm rund um Bio und Nachhaltigkeit
Das Konferenz- und Veranstaltungsprogramm der beiden Fachmessen war dieses Jahr besonders umfangreich. Die Vortragsreihen, Diskussionsrunden und Kochshows gingen teilweise dreizügig über die Bühne. Die Veranstalter des Fachmessen-Duos, Nürnberg Global Fairs und Planeta Orgânico, hatten mit Unterstützung der Münchner Unternehmensberatung Organic Services ein hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt: Rund 30 Referenten berichteten über die Entwicklung der Bio-Märkte weltweit und stillten mit Fachvorträgen und Best-Practice-Beispielen den Informationshunger der Zuhörer. Das BioTrade Forum, eine Kooperation mit der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD), erlebte im Rahmen der BioFach América Latina und Expo Sustentat sein Debut. Ziel war es, Wirtschaftsinvestitionen mit den Anliegen der Biodiversität und des Umweltschutzes zu verknüpfen.
Claus Rättich, Mitglied der Geschäftsleitung der NürnbergMesse und unter anderem verantwortlich für BioFach und Vivaness, zeigte sich von der brasilianischen Tochter der BioFach in Nürnberg beeindruckt: „Hier merkt man bei allen Beteiligten, dass die weitere Entwicklung des lateinamerikanischen Bio-Marktes sowie der Erfolg des Duos BioFach America Latina und Expo Sustentat eine echte Herzensangelegenheit ist. Und man spürt deutlich die Dynamik, die den brasilianischen Markt mittlerweile erfasst hat – auch, was die Naturkosmetik betrifft.“ In seinem Vortrag zur Vivaness, Fachmesse für Naturkosmetik und Wellness in Nürnberg, informierte Claus Rättich über die glänzenden Perspektiven des internationalen Naturkosmetikmarktes. Interessant war dies sicherlich nicht nur für die Fachbesucher, sondern auch für die vertretenen Naturkosmetik-Produzenten aus Lateinamerika, einer an exotischen Pflanzen reichen Region. Und genau hier liegt das enorme Potenzial für Hersteller von Naturkosmetik: in neuen inhaltsreichen Rohstoffquellen, die es weltweit zu entdecken gilt. Abnehmer – beispielsweise für die Schätze des Amazonas – gibt es jedoch nicht nur in Übersee. Zunehmend sind Hersteller hochwertiger Pflanzenkosmetik auf dem lateinamerikanischen Kontinent selbst daran interessiert, mit ihrer zertifizierten Naturkosmetik Exportmärkte zu erobern.
Fachmesse freut sich über wachsende Internationalität
Beobachter zeigten sich beeindruckt von der hohen Dichte an Repräsentanten international renommierter Unternehmen. Vertreter von Hain Celestial, General Mills, Walmart, Lehmann Natur oder Rapunzel sowie aus Hotellerie und Gastronomie besuchten die BioFach América Latina und Expo Sustentat. „Es ist phantastisch zu sehen, wie dynamisch sich BioFach América Latina und Expo Sustenat entwickeln. Der brasilianische Bio-Markt wächst. Den Wandel sehen wir gerade hier deutlich. Wir erleben viel hocherfreuliche Geschäftstätigkeit auf dieser Messe“, so Eduardo de F. Caldas, Projektmanager bei der Außenhandelsorganisation APEX Brasil. Traditionell präsentierten sich an großen Ständen die beiden Ministerien, die für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständig sind. 2007 neu dabei: das Fischerei-Ministerium. Die staatliche Kleinbauernorganisation SEBRAE, die Banco do Brasil und zahlreiche weitere Partner aus Wirtschaft und Politik waren wie in jedem Jahr ebenso vertreten. Bio für einen lebendigen Planeten IFOAM-Präsident Gerald A. Herrmann hielt die Eröffnungsrede der diesjährigen Ausgabe von BioFach America Latina und Expo Sustenat. Besonders hob der Präsident des Weltdachverbandes der Öko-Bewegung und Schirmherr der BioFach dabei die Bedeutung einer ganzheitlichen Sicht auf den Bio-Markt hervor. So sei es wichtig, eine Verbindung beispielsweise auch zum Textilsektor herzustellen. Insgesamt müsse der Markt auf ein übergreifendes, stabiles Fundament – einschließlich entsprechender Gesetzesgrundlagen - gesetzt werden. Bereits an anderer Stelle hatte Herrmann die gesellschaftliche Bedeutung von Bio betont. Die Bio-Branche trage zum Erhalt eines lebendigen Planeten bei. Den Landwirten diene der Verkauf ihrer Produkte dazu, mehr Land ökologisch zu bewirtschaften und das kommt auch der Umwelt zugute. 2008 geben BioFach América Latina und Expo Sustentat Ausstellern und Fachbesuchern erneut einen umfassenden Überblick über Bio-Produkte, Marktchancen und nachhaltige Projekte in Lateinamerika. Das brasilianische Geschwisterpaar geht dann vom 23. bis 25. Oktober in São Paulo an den Start.

|
 |  |